Mittwoch, 13.09.2017

Mi Amigos

Von Woche zu Woche lerne ich mehr Leute kennen. Ich kann mittlerweile sagen, dass ich viele wirklich gute Freunde gefunden habe. Der Großteil von ihnen sind Mitschüler aus meinem Jahrgang oder meiner Schule. Ich verbringe auch Zeit mit den beiden anderen Austauschülern. Manchmal tut es gut mit jemanden zu reden, der in derselben Situation ist, wie man selbst. Und es gibt noch die Leute von Rotary, mit denen ich samstags meistens etwas unternehme. Da sehr viele von den Jugendlichen Hobbys haben und unsere Schule ziemlich anspruchsvoll ist, sodass die Schüler viel lernen müssen, war ich am Anfang nachmittags oft ein bisschen alleine, aber mittlerweile finde ich immer irgendwen, der mit mir rausgeht. Und sonst lese ich, schaue Serien auf Spanisch oder schwimme in unserem Pool. Meine Wochenenden dagegen, sind durchgeplant. Meistens gehe ich mit Freunden ins Kino, zu Corral (DER Burger Kette in Kolumbien) oder zu welchen von den kleinen Ständen oder Plätzen an den Straßen. Das finde ich am Schönsten. Es gibt hier total viele Ecken mit ganz vielen Stühlen und Lichterketten, wo man sich einfach hinsetzten kann, um etwas zu trinken, oder eine Kleinigkeit, wie Mais oder Kartoffeln, zu essen.

Mein Lieblingscafé Auf dem Geburtstag

Letzte Woche war ich auch schon auf einem siebzehnten Geburtstag, zu dem man in Abendgarderobe kommen musste. Sobald es eine Möglichkeit dazu gibt, zieht jeder seine besten Kleider an und stylt sich so, wie wir das in Deutschland für eine Hochzeit machen würden. Das Essen auf der Feier war unheimlich lecker, vor allem der bekannte Geburtstagskuchen, den es auf beinahe allen Festen gibt: Maria Luisa. Ich bin noch auf der Suche nach dem Rezept, was allerdings schwer zu finden ist, weil hier niemand backt. Torten werden zu allen Feierlichkeiten gekauft. Leider endete der Geburtstag in einem stundenlangen Selfie Marathon, sodass ich froh war, nachts von einem Freund nach Hause gefahren zu werden und dem Blitzlicht zu entkommen. Ich nutze auch gerne aus, dass die anderen hier schon mit sechzehn alleine Autofahren dürfen und schaue mir mit Freunden die Gegend an. Wenn ich dann rausschaue und die Straßen und Palmen sehe und dazu noch südamerikanische Musik im Radio läuft, bin ich immer sehr glücklich. Nächte Woche wollen einige meiner Freunde mit mir zu einem Fußballspiel von Tolima, der Mannschaft meiner Stadt. Auch wenn ich kein großer Fußballfan bin, freue ich mich schon richtig darauf. Dann kann ich auch das Deutschland Trikot, das ich zum Geburtstag bekommen habe, anziehen.